FRÜHER UND HEUTE

 Jeden Morgen sitze ich am Bahnhof. Jeden Morgen warte ich dort auf meine Freunde. Jeden Morgen sehe ich Menschen. Kleine schreiende Kinder, Schüler und Schülerinnen auf den Weg zur Schule, Leute auf dem Weg zum Zug, junge Leute, alte Leute...

Doch neulich sprach mich ein alter Mann an. Mich sprechen öfter mal ältere Leute an und reden über das Wetter. Er find auch mit dem Wetter an. Aber schnell wurde mir klar, er wollte etwas ganz anderes... Das Wetter, dann die Überleitunf auf Gott. Wir müssen uns mit dem Wetter abfinden, Gott will es so. Es ist so traurig, dass so viele Leute nicht an Gott glauben. Er hätte damals nur mit Gottes Hilfe überlebt. Dann began er mit seiner Lebensgeschichte. Ich hörte aufmerksam zu. Der Mann wollte reden, er war einsam, er brauchte jemanden zum Reden, und ich war nunmal gerade da. Nunja, es war etwas schwer ihm zu folgen. Seine Sprache war älter, er drehte die Stzstellung komplet um. Aber ich hörte zu. Ab und zu nickte ich und sagte hm, oder ja. Ich versuchte ihm zu folgen, und ich denke das wesentliche habe ich begriffen, vielleicht etwas zu gut, mehr als ich wollte. Der Mann hatte Tränen in den Augen als er mir erzählte, wie es damals im Krieg war, wie er seinen Vater verloren hatte, wie er seine Mutter über fünfzig Jahre nicht sah, wie er seine Geschwister vermisste, wie er fünf Jahre im Kz war und nur mit Gottes Hilfe überleben konnte. Und er fand es so traurig, dass heut zu Tage so wenige Menschen glauben. Es wäre so wichtig zu glauben. Der Mann wiederholte sich. Es berührte mich zu tiefst, was er erzählte, wie ihm die Tränen übers Gesicht rollten und wie ein Lächeln sein Mund verzog, als er erzählte, wie er seine Mutter wieder sah. Ich hatte Mitleid mit diesem Menschen, der mir ein schlechtes Gewissen machte. Ich fragte mich, warum die Menschen früher das alles erleben mussten. Was sie alles durchmachten und wie heftig das alles gewesen sein musste. Natürlich wusste ich, wie viele Leute damals bei Kriegen gestorben waren, ich wusste, dass es heftig gewesen sein musste. Aber plötzlich stand ein "Zeuge" vor mir. Jemand, der alles miterlebt hatte und dem man das Leid aus dem Gesicht leben konnte. Ein Einzelschicksal. Aber es ist etwas anderes, wenn du so ein Einzelschicksal in irgendeinem Buch liest oder in einer Reportage seihst, als wenn der Betroffene dir sein Leid mit Tränen in den Augen schildert. Zwanzig Minuten saß ich da und hörte einfach nur zu und machte mir meine Gedanken. Die anderen waren schon da und wir hätten schon längst in der Schule sein müssen. Ich sagte immer wieder, sie sollen gehen. Ich wollte nicht aufstehen, ich wollte jetzt nicht gehen und diesen Mann alleine lassen. Er tat mir so Leid. Er wollte doch nur reden. Aber ich merkte, wie mich das alles berührte, wie ich irgendwie immer schwächer wurde und irgendwann in Tränen ausbrach. Warum war das alles geschehen?? Warum mussten die Leute so leiden?? Diese Fragen stellte ich mir immer wieder. Meine Freunde sagten immer wieder wir müssen los. Ich konnte nicht, ich war wie gefesselt. Irgendwann stand ich auf, umarmte den Mann und ging. Er schaute mich an und irgendwie bakam ich plötzlich Angst. Er redete immer weiter, bis ich weg war.

Seit diesem Erlebnis denke ich viel darüber nach. Wie konnte so etwas nur passieren? Wie können die ganzen Menschen nur mit diesem Schmerz umgehen? Ich weiß nicht warum, aber ich möchte diesem Mann nicht nocheinmal begegnen. Er war nett, ich woltle ihm helfen in dem ich im zuhörte, aber ich möchte nicht nocheinmal so dasitzen, mcih schuldig fühlen und so klein sein. Ich weiß was er wollte, er will den jungen Menschen seine Geschichte erzählen, er will sie zum nachdenken bringen und ihnen zu Gottes Glauben zurück bringen... Das denke ich auf jeden Fall. Vielleicht wollte er auch nurmal reden, aber ich weiß nun, dass der Glaube diesem Mann und ich denke auch den ganzen anderen alten Menschen hilft mit ihrem Schicksal umzugehen und zu leben.

Respekt an alle, die diese schreckliche Zeit mitmachen mussten. Ich habe echt Achtung vor diesen Menschen...

Die Generationen verändern sich, die Welt verändert sich. Aber das Volk wird immer schwächer, fauler und sensibler. Früher musste man noch um sein Leben kämpfen, man musste hart arbeiten und freute sich über kleine Dinge. Heute gibt es Maschinen, die Menschheit muss kaum noch etwas tun. Kein Wunder, dass so viele Menschen Selbstmord begehen, sie wissen einfach nicht mehr, was das Leben wert ist, weil sie nicht mehr richtig leben. Sie lassen Leben.

Technologie vereinfacht unseren Alltag, doch werden die Menschen dadurch glücklicher?

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft... spannende Themen, traurige Themen, interessante Themen.

 

  >Vergiss nie du selbst zu sein<

17.6.07

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